Montag, 5. Januar 2009

Wie schmeckt eigentlich so eine Piste?

Heute wollten Pircher der Ältere (in weiterer Folge Opa genannt) und Pircher der Jüngere (in weiterer Folge Papa genannt) kurz einen halben Tag Auszeit nehmen (bevor die Arbeit wieder losgeht), um ein bisschen den genialen Winter auszunutzen.

Die ersten Pistenmeter waren herrlich. Das Licht leider etwas flach aber ansonsten herrlich. Trotzdem schien den Opa nach knappen 60 Schifahrerjahren eine Frage nicht mehr loszulassen: Wie schmeckt eigentlich so eine Piste? Um diese Frage ein für alle mal zu beantworten, entschloss sich der Opa ca. in der Mitte der ersten Abfahrt (das ist eigentlich noch das Einfahren) mit dem Gesicht voraus eine Bodenprobe der Hohentauernpiste zu nehmen. Er tat dies wie ein echter Pircher: Mit SCHWUNG!

Papa sah Opa nicht direkt stürzen, weil er ein bisschen hinterherfuhr und dachte sich beim am-Boden-liegenden Opa handle es sich um einen Routineausrutscher, der ja schon mal passieren konnte. Als Opa allerdings relativ regungslos über die Piste schlitterte, war sich Papa recht schnell sicher, da passt was net. Normalerweise versucht er zu bremsen, wenn er stürzt. Beim Nacheilen im flotteren Modus wusste Papa dann auch recht schnell woran der Opa gescheitert war. Vor dem querenden Weg waren mehr als kniehohe Buckel eingebaut. Papa wär also auch fast auf die Schnauze geflogen, nutzte aber seinen über 30-jährigen Altersvorteil und meisterte die Situation knapp bevor er dann den Opa erreichte. Der schlitterte noch immer und schaute recht verdutzt aus seinem dramatisch blutverschmierten Gesicht, als er von Papa dann schließlich aufgehalten wurde...

Der Schitag endete ca. 45 Minuten nach dessen Beginn beim Aprés-Ski im UKH Kalwang (Anm.1: In den 45 min sind Liftfahrt, Umziehen und Autofahrt bereits enthalten. Anm.2: Das Aprés-Ski fand trotz der eindeutigen Meinung des Opas "wozu brauch i jetzt a Krankenhaus! Wir fahren weiter!"- ausgesprochen auf mehr als wackligen Beinen, im UKH statt). Die Stimmung dort war nicht so gut wie normalerweise beim Apré-Ski, dafür war die Musik deutlich besser (genau gesagt war dort keine Musik...aber ich find das deutlich besser als die Jodl-Dodl-Zipfl-eine-Zipfl-ausse-Kacke, die normalerweise auf den Hütten gespielt wird.).

Die Bilanz:

  • Ein mehr als verdutzter Aufnahmearzt (Leute mit so vielen Defektstellen werden normalerweise liegend reingerollt und gehen nicht mehr selbst)
  • Eine gebrochene Rippe
  • Eine blaue Nase (die blaue Elise zeigte sich in einer ersten Stellungnahme mehr als neidisch)
  • Eine Nacht im Krankenhaus (wegen der kurzen Phase des Lichtausgehens nach dem Touchdown)

Die Moral?

  • Schihelme sind mehr als geil
  • 60 Jahre Erfahrung helfen nicht gegen Schwerkraft
  • Bodenproben sollten mit Bedacht genommen werden! Wenn sie schon mit dem Gesicht genommen werden, sollten sie wenigstens nicht mit Schwung durchgeführt werden.

Ich wünsche Opa auf diesem Wege nochmal gute Besserung. Wer sich anschließen will kann gerne die Kommentarfunktion nutzen.

6 Kommentare:

  1. Hallo!

    Haben den "Opa" zwar erste ein oder zweimal gesehen, aber ich wünsche ihm trotzdem gute Besserung.

    Lg, Lizzi

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  2. Unbekannterweise auch von mir gute Besserung. Ich sags ja immer:Sport ist Mord!

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  3. Gute Besserung und schnelle Genesung!

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  4. Danke mein lieber Sohn - für die richtige Entscheidung mit mir ins UKH Kalwang zu fahren und - es tut mir Leid wegen des verschissenen Schitags bei sensationellen Schneeverhältnissen und praktisch keine Leute dort - es waren immerhin noch Schulferien und sonst überall Schifahrn nur mit Platzkarten möglich.
    Erfahrungsbericht UKH Kalwang:
    Genaue Untersuchung mit Allem was dazugehört, gute Beratung, herrliche Zimmer mit ausgezeichnetem Service und extreme Freundlichkeit.- verdient sicher 5 ***** und ein kleines + .
    Leider oder Gottseidank waren die Beschwerden der Rippe heute bei der Visite gleich nullo und so wurde ich entlassen und hab den Brustgürtel, der auf wunderbare Weise in Verbindung mit den Schmerzmitteln für phantastische Besserung sorgte, gleich dort gelassen, weil " den brauch ma net, kann eh nix brochn sein" - so die Worte des Oberarztes. Zuhause auf der Liege beim Mitfiebern beim Schispringen, eine schnelle Bewegung, Aufstützen am Ellbogen, damit der etwas übergwichtige Korpus in die Senkrechte kommt, ein stechender Schmerz an besagter Rippe, ka Luft und a herzliches Sch....!
    Also Zampackn und ins UKH fahrn besagten Brustpanzer besorgen und den Unterschied zum obersteirischen UKH kennenlernen. Unfreundlich, a angfessener Arzt, a neues Röntgen - auf mei Frag, ob ma net aufs Bild von gestern zugreifen könnt, ja schon theoretisch, aber praktisch net, weils kompliziert is und außerdem gperrt is.
    Fazit: Ka brochene Rippn, Brustpanzer nur gegen Verrechnung von 21,90 und des alles eher unwillig.
    Aber: Wurst- darf alles höchtens 3 Tag dauern, und dann gehts wieder zum
    S c h i f a h r n ......!!!!!!!!!!!!!!!

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  5. Ja, manchmal sollte man es ruhiger angehen - wünsche baldige Besserung und für die Zukunft Ski Heil! Ps.: es kommt eh wieder Neuschnee, der is weicher LG Peter

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  6. Jaja Herr Pircher: Beim auf der Couch liegen wieder verletzen aber Schifahren wollen...das hamma scho gern!

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