Montag, 26. Januar 2009

Im Land der Klammeraffen…

Ich versprach ja vor einiger Zeit eine Zusammenfassung der aktuell erfolgreichen Methoden ein Kind tragenderweise zu beruhigen bzw. zum Schlafen zu bewegen. Bitteschön! Vorweg aber eine allgemeine Information: Wir haben zum Thema einschlafen/beruhigen diverse Leute befragt und Ratgeber gelesen. Es ist wie überall im Leben: Bei 5 Konsultationen bekommt man 7 verschiedene Meinungen, von denen einem zumindest 3 enorm absurd erscheinen. Die restlichen versucht man, um am Ende gescheitert dazustehen. Nummer 15 funktioniert dann zuverlässig…bis sie ebenfalls scheitert. Warum ist das so? Weil jedes Kind anders reagiert und einige Ratgeber nun einmal recht wenig Ahnung haben. Also: Einfach die vernünftig erscheinenden Vorgehensweisen ausprobieren und sich freuen wenns klappen sollte.
Alllso: Was hat bis jetzt funktioniert?! Ein bei Magdalena, wie schon einmal geschrieben, zuverlässiger Klassiker:

Der Babyflieger:
Auch wenn der Unterarm langsam zu kurz für unser Mäderl wird klappt das Ding in 99 Prozent der Fälle. Peter und Lizzi (Diesmal ohne Onkel und Tante) haben gesehen wie perfekt das wirkt. Einfach das Kind bäuchlinks auf den 90 Grad angewinkelten Arm legen und die 4 Stummerl runterhängen lassen. Wenn Mäuschen einschlafen soll leichtes schaukeln, am besten in Längsrichtung des liegenden Kindes (also entlang der Kopf/Fußachse)*. Wichtig: Gesicht nach UNTEN: Wenn Kinder erschreckende Fratzen sehen kriegen sie Angst! So ist es zu erklären warum Magdalena bei mir in der Lage immer panische Schreiattacken bekommt.

Beruhigungskuscheln:
So sehr es uns auch von diversen Krankenschwestern ausgeredet wurde es muss zwischendurch sein: Das Beruhigungskuscheln. (Diese Krankenschwestern scheinen vom Emotionslevel her schon unter dem wahnsinnigen Braunauer gedient zu haben). Wenn die Welt gar zu gemein ist muss Magdalena einfach hochgehoben und Brust an Brust gehalten werden. Ihr Kopf muss dabei über die Schulter schauen. Sie hängt dann wie ein Mehlsack über der Schulter und umarmt einen mit ihren kleinen Händen. Mit dem Kopf kuschelt sie sich zur Wange und dabei hört sie recht schnell auf zu weinen.

Babykänguru:
Ähnliche Ausgangsposition wie beim Kuscheln nur für die Einschlafphase besser geeignet. Mäuschen runtersacken lassen bis der Kopf auf Brusthöhe ist. Dann kann sie mit dem am Körper angelegten Ohr direkt das Herz schlagen hören und das scheint zu beruhigen. Eine Decke drumherum, eine Hand hält den Hintern die zweite das kleine Köpfchen.

Der schwule Mohikaner (Ja: Wenn ein erwachsener Mann mit Federschmuck in einem Musikvideo herumeiert und das ganze neben einem Horst im Lederdress mit Lederhauberl hat er nix anderes verdient als verarscht zu werden! Nicht falsch verstehen Leder ist super wenn in Verbindung mit Motorrädern verwendet. In Musikvideos neben hampelnden Indianern...naja):
Funktionierte eine Zeitlang nicht so schlecht und tut es aktuell auch noch manchmal. Grundposition ist entweder das Beruhigungskuschen oder das Känguru. Jetzt wird’s spannend: In einem gewissen, individuellen Takt** wird immer 2 Mal auf einem Bein auf und abgewippt und dann weitergegangen. Das für 10 Minuten durchgehalten und man ist vorn dabei, wenns ums schlafen geht.

Sollte gar nichts helfen kann man durchaus den Schreibolzen mal für ein paar Minuten ablegen und dann einen neuen Versuch starten. Funktioniert teilweise deutlich besser als stundenlanges dauergehen.

*Schaukelbewegungen in Richtung der Kopf/Fussachse (Longitudinal) des Kindes haben generell besser funktioniert als seitliche Bewegungen. Aber den Kopf und das Genick nicht zu sehr belasten, vor allem wenn das Kind in aufrechter Position ist. Die Wiener wissen schon warum wenn sie von „Geschüttelten“ reden…schließlich rennen dort genug warnende Beispiele herum. Wenn die ersten Worte also: „Heast oida, hau di üwa die Häusa“ lauten -> zuviel geschüttelt!

**“Always look on the bright side of life“ hat sich sehr gut bewährt und gibt dem ganzen Gehampel gegen Mitternacht, nach 2 Stunden Gebrüllterror, eine gewisse ironische Grundnote, die in dieser Situation durchaus beiträgt den Verstand zu bewahren (wenn schon das linke Ohr erste Anzeichen von Tinnitus zeigt). Don’t worry, be happy war auch ok, während House oder Speedmetal wahrscheinlich keine überragende Wirkung zeigen würde…außer man will später mal einen Wiener als Kind haben. Entschuldigung an dieser Stelle an Nina und Lukas! Ihr seid die Ausnahme unter den Wienern ;) !



Noch ein kleiner Nachsatz: Sollten Sie aufgrund Ihrer Abstammung oder Ihrer Lebensweise in meinem Blog noch nicht verunglimpft worden sein: Abwarten! Das kommt noch! Warum bevorzugt andere Abstammungen verunglimpft werden!? Wir Steirer sind gerade mal 1,2 Millionen. Nichtsteirer gibts 6,7 Milliarden...klar, dass die Nennungen abhängig von dieser Verteilung berechnet werden ;)

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