Samstag, 31. Januar 2009

Offene Kommunikationspolitik


Darf ich raten? Es ist die Marketingabteilung!

Montag, 26. Januar 2009

Glotz!

Im Land der Klammeraffen…

Ich versprach ja vor einiger Zeit eine Zusammenfassung der aktuell erfolgreichen Methoden ein Kind tragenderweise zu beruhigen bzw. zum Schlafen zu bewegen. Bitteschön! Vorweg aber eine allgemeine Information: Wir haben zum Thema einschlafen/beruhigen diverse Leute befragt und Ratgeber gelesen. Es ist wie überall im Leben: Bei 5 Konsultationen bekommt man 7 verschiedene Meinungen, von denen einem zumindest 3 enorm absurd erscheinen. Die restlichen versucht man, um am Ende gescheitert dazustehen. Nummer 15 funktioniert dann zuverlässig…bis sie ebenfalls scheitert. Warum ist das so? Weil jedes Kind anders reagiert und einige Ratgeber nun einmal recht wenig Ahnung haben. Also: Einfach die vernünftig erscheinenden Vorgehensweisen ausprobieren und sich freuen wenns klappen sollte.
Alllso: Was hat bis jetzt funktioniert?! Ein bei Magdalena, wie schon einmal geschrieben, zuverlässiger Klassiker:

Der Babyflieger:
Auch wenn der Unterarm langsam zu kurz für unser Mäderl wird klappt das Ding in 99 Prozent der Fälle. Peter und Lizzi (Diesmal ohne Onkel und Tante) haben gesehen wie perfekt das wirkt. Einfach das Kind bäuchlinks auf den 90 Grad angewinkelten Arm legen und die 4 Stummerl runterhängen lassen. Wenn Mäuschen einschlafen soll leichtes schaukeln, am besten in Längsrichtung des liegenden Kindes (also entlang der Kopf/Fußachse)*. Wichtig: Gesicht nach UNTEN: Wenn Kinder erschreckende Fratzen sehen kriegen sie Angst! So ist es zu erklären warum Magdalena bei mir in der Lage immer panische Schreiattacken bekommt.

Beruhigungskuscheln:
So sehr es uns auch von diversen Krankenschwestern ausgeredet wurde es muss zwischendurch sein: Das Beruhigungskuscheln. (Diese Krankenschwestern scheinen vom Emotionslevel her schon unter dem wahnsinnigen Braunauer gedient zu haben). Wenn die Welt gar zu gemein ist muss Magdalena einfach hochgehoben und Brust an Brust gehalten werden. Ihr Kopf muss dabei über die Schulter schauen. Sie hängt dann wie ein Mehlsack über der Schulter und umarmt einen mit ihren kleinen Händen. Mit dem Kopf kuschelt sie sich zur Wange und dabei hört sie recht schnell auf zu weinen.

Babykänguru:
Ähnliche Ausgangsposition wie beim Kuscheln nur für die Einschlafphase besser geeignet. Mäuschen runtersacken lassen bis der Kopf auf Brusthöhe ist. Dann kann sie mit dem am Körper angelegten Ohr direkt das Herz schlagen hören und das scheint zu beruhigen. Eine Decke drumherum, eine Hand hält den Hintern die zweite das kleine Köpfchen.

Der schwule Mohikaner (Ja: Wenn ein erwachsener Mann mit Federschmuck in einem Musikvideo herumeiert und das ganze neben einem Horst im Lederdress mit Lederhauberl hat er nix anderes verdient als verarscht zu werden! Nicht falsch verstehen Leder ist super wenn in Verbindung mit Motorrädern verwendet. In Musikvideos neben hampelnden Indianern...naja):
Funktionierte eine Zeitlang nicht so schlecht und tut es aktuell auch noch manchmal. Grundposition ist entweder das Beruhigungskuschen oder das Känguru. Jetzt wird’s spannend: In einem gewissen, individuellen Takt** wird immer 2 Mal auf einem Bein auf und abgewippt und dann weitergegangen. Das für 10 Minuten durchgehalten und man ist vorn dabei, wenns ums schlafen geht.

Sollte gar nichts helfen kann man durchaus den Schreibolzen mal für ein paar Minuten ablegen und dann einen neuen Versuch starten. Funktioniert teilweise deutlich besser als stundenlanges dauergehen.

*Schaukelbewegungen in Richtung der Kopf/Fussachse (Longitudinal) des Kindes haben generell besser funktioniert als seitliche Bewegungen. Aber den Kopf und das Genick nicht zu sehr belasten, vor allem wenn das Kind in aufrechter Position ist. Die Wiener wissen schon warum wenn sie von „Geschüttelten“ reden…schließlich rennen dort genug warnende Beispiele herum. Wenn die ersten Worte also: „Heast oida, hau di üwa die Häusa“ lauten -> zuviel geschüttelt!

**“Always look on the bright side of life“ hat sich sehr gut bewährt und gibt dem ganzen Gehampel gegen Mitternacht, nach 2 Stunden Gebrüllterror, eine gewisse ironische Grundnote, die in dieser Situation durchaus beiträgt den Verstand zu bewahren (wenn schon das linke Ohr erste Anzeichen von Tinnitus zeigt). Don’t worry, be happy war auch ok, während House oder Speedmetal wahrscheinlich keine überragende Wirkung zeigen würde…außer man will später mal einen Wiener als Kind haben. Entschuldigung an dieser Stelle an Nina und Lukas! Ihr seid die Ausnahme unter den Wienern ;) !



Noch ein kleiner Nachsatz: Sollten Sie aufgrund Ihrer Abstammung oder Ihrer Lebensweise in meinem Blog noch nicht verunglimpft worden sein: Abwarten! Das kommt noch! Warum bevorzugt andere Abstammungen verunglimpft werden!? Wir Steirer sind gerade mal 1,2 Millionen. Nichtsteirer gibts 6,7 Milliarden...klar, dass die Nennungen abhängig von dieser Verteilung berechnet werden ;)

Mittwoch, 14. Januar 2009

Es war die Nachtigall und nicht die Lerche!

Als ich in der Schulzeit zum ersten Mal dieses Zitat aus Romeo und Julia hören musste, fiel mir spontan das folgende ein: „Dass der Romeo komisch redet und murds an Schatten hat, hab i scho mitkriegt. Aber der kann doch net so ans am Schüsserl haben, dass er an Vogel net von am Nadelbaum unterscheiden kann.“
Ein bisschen weiter im Stück wurde mir immer klarer warum Romeo vermeintlich nicht in der Lage war Bäume und Vögel auseinanderzuhalten. So eins am Schüsserl, das verlangt fast schon wieder nach Anerkennung. Als sich die zwei Protagonisten schließlich selbst das Gas abgedreht hatten, war mir endgültig klar - jetzt brauch ich ihm auch keinen Botaniker mehr schicken, der ihm erklärt, dass Nadelbäume keine Flügel haben.
Als ich das erste Mal selbst die Zeilen lesen durfte, hab ich mir noch gedacht: „Jetzt sind sie sogar zu blöd den Baum richtig zu schreiben…“. Seitdem weiß ich: Es gibt nicht nur den Schnapsbaum sondern auch einen Vogel mit ähnlichem Namen. Was will ich damit sagen? Was weiß denn ich?
Zum Thema:
Obs sich jetzt um den Nacht- oder den Morgenvogel handelt ist, wenn man klein Zwergchen daheim hat, oft nicht genau zu sagen im ersten Moment. Zwar schläft Zwergchen nächtens gleich mal wieder ein, wenn sie ihr Baucherl aufgefüllt hat, aber bis sie erstmals schläft…das ist die eigentlich spannende Zeit.
Eine erste lustige Beobachtung vorweg. Magdalena hat ihren Rhythmus aus dem Bauch akribisch übernommen. Als sie noch im Bauch war wurde sie zwischen 20 und 23 Uhr aktiv. In diesem Zeitraum konnte man fix mit Gekicke rechnen. Jetzt kann man zumindest zwischen 8 und halb 10 fix damit rechnen, sie nicht oder nur sehr schwer zum Schlafen zu bekommen. Nochmals eine kurze Zwischeninformation: Kaum ein Schlafengehen gleicht dem anderen. Den viel zitierten Rhythmus und das vielzitierte Schlafensritual können sich die Ratgeberklugscheißer in den ersten Monaten getrost in die gekräuselten Haare schmieren. Alles Kinderkacke. Herrliches Beispiel gestern Abend. Ich erzähle mal im historischen Präsens: 
Magdalena ist schon am späteren Nachmittag ungewöhnlich müde. Sie schläft heute zwar recht wenig, aber dafür so gut wie von selbst ein. Das ist wirklich was ganz Neues. Kurz vor 20 Uhr nimmt unser Töchterchen eine letzte Mahlzeit ein und pennt danach direkt auf mir knotzend ein. Um 8??? Da wird das Kind normalerweise aktiv!!! Na gut Ich zah also Mäuschen sanft ins Bett und pack sie in den Schlafsack. Spätestens hier ist der Punkt wo sie normalerweise die Augen aufreißt und wieder getragen werden will. Nix sie pennt. Soweit so gut.
Mama und Papa freuen sich über den gemeinsamen Abend ohne Füttern und Tragen. Bis ungefähr 20 Uhr 25… Töchterchen reißt aus irgendeinem undefinierbaren Grund die Augen wieder auf und reklamiert generelle Unzufriedenheit. Auch ok denken wir uns. Wenn sie vorher schon so brav war, wird sie noch was essen wollen und dann weitermützeln. Und ja…kaum 2,5 (in Worten: zweieinhalb) Stunden später schläft sie auch schon ;). Und frage nicht, was wir in dieser Zeit alles probiert haben. Christine als Hauptleidtragende lag neben dem Zwerg zur Fütterung. Fläschen wurden gereicht (auch die beste Milchbar ist irgendwann ausverkauft). Dazwischen wurde Zwergchen herumgezaht. Der normalerweise einwandfrei funktionierende wankende langsame Schritt* wurde genauso ausprobiert wie der schnellere drehende Schritt. Beides brachte das Kind zum Auszucken. Dazwischen wieder Milchbar (an der sie regelmäßig einpennte und kurz darauf wieder aufwachte). Christine versuchte wirklich alles und als ich nach kurzem Platzverweis wieder ins Zimmer zurückkehrte, lag das Mäuschen mit weit aufgerissenen Augen im Bett. Also noch mal wickeln (zur Sicherheit) und Christine begab sich zum Fläschchenbauen. Damits nicht zuviel schreit, hab ich mir gedacht, zah ich Kindchen noch mal durch die Gegend. Der Plan wurde mit lautem Geschrei verkompliziert. In meiner Not (es war kurz vor 11) begann ich dabei bei jedem Schritt auf und abzuwippen wie der verkackte letzte Mohikaner mit dem französischen Dialekt. Und wie ich da so durchs Zimmer hüpfe wie die federgeschmückte Schwuchtel von den Village People, passiert kurz bevor ich auch noch Ahea-Hea-He singen anfange, Merkwürdiges. Töchterchen macht einen Gähner und schließt die Deckel. Nochmal kurz füttern, noch 2 Minuten hüpfen…Ende…


*Die bisher erfolgreichen Schrittfolgen und Tragestile kommen in einem späteren Artikel



Freitag, 9. Januar 2009

Babys sind laut, anstrengend und sie stinken!

So ist das mit Vorurteilen. Jeder hat welche. Die wenigsten sind für den Vorverurteilten charmant. Einige davon sind quatsch, andere wieder nicht. Ich werd mal versuchen, die mir am häufigsten genannten aufzuzählen und zu kommentieren.

Was man von diversesten Seiten immer zu hören bekommt:
Babys rauben dir sämtlichen Schlaf! Du wirst keine Nacht in den nächsten Jahren mehr schlafen und wie ein Zombie durch die Gegend wandeln.

Das mag auf einige Babys zutreffen. Magdalena ist ein sehr braves Baby was das angeht. Die Mama wird hier ein bisschen widersprechen wollen, aber prinzipiell ist unser Zwerg wie schon einmal in einem früheren Artikel erwähnt, manchmal des Nächtens durstig aber ansonsten ruhig. Für mich ist es noch einfacher als für Christine weil ich fütterungstechnisch aktuell relativ wenig beitragen kann.
Außerdem hab ich die angenehme Eigenschaft einen gesegneten Schlaf mein Eigen zu nennen. Das heißt in der Praxis, dass die 2. US Artilleriebrigade problemlos ein Übungsschießen neben meinem Bett veranstalten könnte. Ich würde mich maximal im Schlaf einmal wegdrehen wenns zuviel zieht beim Feuern…(von den Amis wissen wir ja seit dem Problemchen im Dschungel, dass sie viel Lärm machen und nix bewirken)
Also: Der Schlaf wird natürlich eingeschränkt, aber es reicht nach wie vor. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir uns schon Nächte für sinnlosere Sachen um die Ohren geschlagen als für den Nachwuchs.

Auch ein beliebter Klassiker:
Babys stinken

Au Contraire! Es gibt nix was besser riecht als ein Baby. Es ist einfach herrlich wie so ein kleines Zwergerl duftet. Was natürlich richtig ist: Ein paar Mal am Tag trübt sich dieser Duft ein wenig und der kleine Engel setzt einen kleinen Teufel in die Windel. Die Meinung Babykacke würde gar nicht riechen, kann ich leider nicht ganz unterschreiben. Aber auch dieser Geruch ist weit weg von ekelhaft, wie einige nicht müde werden zu behaupten.

In der Zusammenfassung hört man natürlich auch:
• Babys sind laut
• Babys sind anstrengend
• Babys rauben den Eltern die Freizeit

Kurz gesagt? Ja, ja und ja. Babys sind definitiv laut, Babys sind anstrengend und Freizeit definiert sich tatsächlich neu.
Wer nicht mit Lärm zurecht kommt oder seine Freizeit fix auf diverseste Hobbys verteilt hat, sollte besser Abstand von Nachwuchs nehmen.
Geschrei lässt sich bei keinem Kind ganz vermeiden und ist Ausdruck irgendeines Unwohlseins. Es tut sich naturgemäß etwas schwer den ungewollten Zustand anzusprechen und klare Wünsche zu kommunizieren. Deswegen muss es schreien. Dem Geschrei ist üblicherweise nur mit Geduld zu begegnen…
Und ja logisch sind Babys bis zu einem gewissen Grad anstrengend und konsumieren große Teile der Freizeit. Letzteres mag Einteilungssache sein, aber aktuell ists eben so. Zwergchen braucht Betreuung beim Essen, will gesäubert und gewickelt werden, braucht Hilfe beim Einschlafen und wenn es wach ist will das Kind unterhalten werden.
Wie alles im Leben ist das Einstellungssache. Wenn man Freude dran finden kann ist das Baby eben ab jetzt das Hobby. Wenn nicht sollte mans wie gesagt besser lassen. Aber wer sich mal das süße Gschau vom Zwergchen angeschaut hat wird wissen, es ist ein Spitzenhobby!

Donnerstag, 8. Januar 2009